Langendiebach

Als sich am 9. März 1878 etwa 100 Männer im Dörfchen Langendiebach trafen, wollten sie eigentlich nur klären, wie es in Zukunft mit der Feuerwehr im Ort weitergehen soll.
Bis zu diesem Zeitpunkt gab es eine Pflichtfeuerwehr und die Gemeinde plante die Anschaffung einer neuen Saugspritze.
Als man die Sitzung beendete waren sich alle darüber einig, dass es zukünftig mit einer Freiwilligen Feuerwehr in Langendiebach weiter geht.
Diese Sitzung gilt als die Gründerversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Langendiebach.
Dies ist die Entstehung des Fördervereins von heute. Der Brandschutz ist inzwischen eine Pflichtaufgabe und Einrichtung der Stadt. Das heißt sie ist für die Vorhaltung und Ausrüstung einer leistungsfähigen Feuerwehr entsprechend des HBKG (Hess. Gesetz über den Brandschutz, Katastrophenschutz und die allgemeiner Hilfe)
zuständig. Der Förderverein unterstützt den Brandschutz über das Mindestmaß der Stadt hinaus und stellt sich den Aufgaben, die nicht zu den Pflichtaufgaben des Trägers gehören.
Dadurch können zusätzliche Ausrüstungsgegenstände beschafft und neben den Einsätzen für die Mitglieder Freizeitaktivitäten durchgeführt werden.

Die Aufgaben des Vereins sind in der Satzung wie folgt beschrieben:

-soziale Belange der Mitglieder, besonders der Einsatzabteilung und der Jugendabteilung wahrnehmen
-die Interessen der Mitglieder gegenüber Behörden und übergeordneter Verbände vertreten
-die Grundsätze des freiwilligen Feuerschutzes pflegen und durch gemeinschaftliche Veranstaltungen kameradschaftliche Verbindungen zwischen den Mitgliedern des Vereins und anderen Feuerwehren herstellen
-die Jugendfeuerwehr zu unterstützen

Der Feuerwehrverein setzt sich aus:

den Mitgliedern der Einsatzabteilung,
den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr,
den Mitgliedern der Kinderfeuerwehr,
den Mitgliedern der Altersabteilung,
den Ehrenmitgliedern und
den fördernden Mitgliedern zusammen.
(in der Satzung wird zwischen ordentliche Mitglieder, Ehrenmitglieder und Jugendmitglieder unterschieden).

Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Langendiebach zählt mehr als 700 Mitglieder. Er bietet interne Veranstaltungen für Mitlgieder, beteiligt sich an öffentlichen Veranstaltungen im Stadtgebiet und arbeitet unterstützend mit anderen Vereinen zusammen.
Der Verein repräsentiert die Feuerwehr in der Öffentlichkeit und wirkt mit seinen jährlichen Veranstaltungen aktiv zum öffentlichen Leben in Erlensee für groß und klein mit.

Geschichte

Nachdem die Gründung im Jahr 1878 vollzogen war, wurde noch im gleichen Jahr für 2000 Mark die Saug und Druckspritze angeschafft.
Der monatliche Beitrag für die Feuerwehr betrug 5 Pfennige und wurde im späteren Verlauf auf 10 Pfennige angehoben.
Bei Eintritt in die Feuerwehr mussten zwei Mark Kleidergeld bezahlt werden, dafür erhielt der Feuerwehrmann einen Kittel der 3,30 Mark kostete.
Im Jahr 1896 schrieb der damalige Kommandant an die Gemeinde, dass diese zu den Kleiderkosten etwas dazuzahlen sollte, da die Zahl der Mitglieder wegen der kosten zurückginge.
Im Jahr 1906 erhielt die Wehr ihr erstes eigenes Spritzenhaus. Es stand am Eingang zur heutigen Brunnenstraße im Untergeschoss des späteren Rathauses.
1911 erhielt die Wehr Langendiebach von der Gemeinde die erste mechanische Leiter mit zehn Metern Steighöhe. 1928 wurde ein Gerätewagen der Firma Mauri aus Offenbach angeschafft.
Im Jahr 1934 wurde die erste Motorspritze TS 8 Fabrikat „Ziegler“ angeschafft, die auf einer gummibereiften Lafette installiert war.
1936 wurde bei einer Alarmübung festgestellt das die Alarmierung über die damaligen Hornisten schwierig wurde. Einer war Krank der andere auswärts auf der Arbeit. Aus diesem Grund wurde 1937 eine Sirene auf dem Rathausdach installiert.

Während des 2. Weltkrieges war die Wehr mit einer Einsatzgruppe in der sogenannten Nahzone dienstverpflichtet. Hauptsächlich junge Männer der Jahrgänge 1923 und 1924 wurden in die HJ-Feuerwehr abgestellt. Diese Männer waren oft tagelang in Frankfurt im Einsatz.
Direkt nach Kriegsende begann der Wiederaufbau der Wehr und es wurde ein gebrauchtes TLF15 Fabrikat Magirus aus der gemeinde Dörnigheim angeschafft.
Unter Ortsbrandmeister Heinrich Ruth wurde 1959 eine neue TS 8 angeschafft und noch im gleichen Jahr erhielt die Wehr ein neues LF8 mit Vorbaupumpe. Dieses Fahrzeug, auf Opel Blitz Fahrgestell, ist noch heute der Stolz der Feuerwehr.

Mit der Anschaffung der neuen Geräte wurde das Feuerwehrgerätehaus in der Hintergasse jedoch zu klein, worauhin ein ein Neubau erstellt werden sollte. Das heutige Feuerwehrhaus in Langendiebach.
Nach der Gebeitsreform 1970 wurden die Ortsteil-Feuerwehren in der Großgemeinde Erlensee zusammengeschlossen.
Die beiden Vereine sind jedoch bis zum heutigen Tag eigenständig geblieben.
Lediglich in der Einsatzabteilung und hier insbesondere auf Führungsebene musste eine Änderung eingeführt werden. Für die beiden Ortsteile zusammen mussten ein Ortsbrandmeister und ein Stellvertreter gewählt werden. Ebenfalls wurde ein Gemeindejugendwart vom Ortsbrandmeister bestimmt.
Die Einrichtung hatte für die Gemeinde den Vorteil, dass diese sich bei Feuerwehrbelangen an nur einen Ansprechpartner wenden musste.

Das neue Gerätehaus wurde nach der Gebietsreform (1970) im Jahr 1973 in der Reußerhofstraße fertiggestellt. Damit wurde ein Unterrichtsraum, Büro, Werkstatt, Lagerräume und die Fahrzeughalle bereitgestellt.
Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahre 1978 hat die Wehr ihre Ausrüstung für technische Hilfeleistung ausgebaut und eine hydraulische Rettungsschere und ein Spreizer angeschafft.
Für diese Ausrüstung wurden erhebliche Geldmittel aus der Vereinskasse beigesteuert.
Ebenfalls zum Jubiläum wurde der Feherwehr ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16 / 25 übergeben.
Im Jahr 1981 wurde der Wehr ein Löschgruppenfahrzeug LF8 zur Verfügung gestellt welches das 1959 in Dienst gestellte LF8 ablöste.
Beim 105 jährigen Fest 1983 am Feuerwehrgerätehaus wurde mit einem riesigen Zeltanbau das bestehen der Feuerwehr gefeiert.
Schließlich konnte 1988 das 110-jährige Gründungsfest, verbunden mit dem Kreisfeuerwehrfest Main-Kinzig-Kreis, auf dem Erlenseer Festplatz gefeiert werden. Aus diesem Anlass wurde ein Gerätewagen von der Gemeinde Erlensee angeschafft der von den Feuerwehrkameraden dann in Eigeninitiative ausgebaut wurde.

Ebenfalls in diesen Zeitraum fiel die Anschaffung der stillen Alarmierung. Das heißt, dass nicht mehr die Sirene zum Einsatz gerufen hat, sondern die Mitglieder der Einsatzabteilung die Alarmempfänger immer bei sich tragen mussten.
So konnten sie jederzeit über die Einsatzleitstelle alarmiert werden.

Nach einem Hochwasser und Strumschäden wurde auch die Ausrüstung mit Tauchpumpen, Industriesaugern und Motorsägen aufgestockt um so der Erlenseer Bevölkerung noch wirksamer helfen zu können.

Auch die Dokumentation der Einsätze änderte sich, so wurden die Berichte für den Kreisbrandinspektor bis zur Jahrtausendwende noch mit der Schreibmaschine verfasst. Die ersten Computer wurden aus Vereinsmitteln beschafft. Inzwischen
stehen bereits 3 Rechner und 2 Laptops zur Verfügung, die über die Stadt Erlensee beschafft wurden. Der Verwaltungsaufwand steigt aber weiter an und es werden immer mehr Büroarbeitsplätze für die Aufgaben notwendig.
Heute geschieht die Dokumentation über ein Hessenweit einheitliches Programm „Florix“.

Durch die ständig gestiegenen Aufgaben in allen Bereichen der Feuerwehr musste auch die Ausbildung ständig vorangetrieben werden, weshalb wir heute auf einen Bestand von gut ausgebildenten Feuerwehrleuten zurückgreifen können.
Die persönliche Schutzkleidung hat sich im Vergleich zu früher erheblich verbessert. So wurden die Kameraden seinerzeit im Kombi – heute in der Nomex-Schutzkleidung in den Einsatz geschickt. Natürlich darf man an dieser Stelle den steigenden Aufwand der Gemeinde Erlensee nicht vergessen.

Nach dem Jubiläum stand die Beschaffung des TLF 16 /25 an. Dem heutigen Tanklöschfahrzeug welches im Jahr 2004 in Dienst gestellt wurde.
Ebenfalls wurde nach 30 Jahren 2004 das Feuerwehrgerätehaus umfangreich saniert. Hierbei wurden zum ersten mal elektrische Hallentore verbaut. Aber auch die Schulungsräume und sanitären Einrichtungen wurden saniert. Die Heizung wurde von Öl auf Gas umgestellt und eine Küche im alten Tankraum eingerichtet.

2014 wurde mit Hilfe des Vereins und der Einsatzabteilung der Gerätewagen umfangreich erweitert und auf einen neuen Stand gebracht.
Mehrere 100 Stunden Arbeit und einige tausendausend Euro waren notwendig um das Fahrzeug für ein paar weitere Jahre einsatzfähig zu machen.
Dieser ist inzwischen seit 1988 im Einsatz und wechselt in sein 32. Dienstjahr.
Es ist damit das älteste im Dienst befindliche Fahrzeug der Stadt Erlensee.
Heute ist das Fahrzeug vielseitig im Einsatz zum Ausleuchten, zur Tierrettungen sowie zur Wasserschadenbeseitigung.

Übersicht Wehrführer von 1878 – heute:

Nr. Vorname Name Von Bis
1 Heinrich Brüning 1878 1889
2 Caspar Fucker 1889 1898
3 Johannes Tag 1898 1906
4 Wilhelm Schneider 1906 1935
5 Wilhelm Wacker 1935 1960
6 Heinrich Ruth 1960 1973
7 Heinrich Neidhardt 1973 1989
8 Jürgen Mohn 1989 2008
9 Klaus Lindenberger 2008 2013
10 Björn Winterhalter 2013 2018
11 Sebastian Herchenröther 2018 heute